Geschichte Bühl im Ries


 

Das ehemals selbstständige Dorf Bühl ist seit 1. Januar 1978 ein Ortsteil der Gemeinde Alerheim. Zur Gemarkung Bühl gehören noch die Anhauserhöfe und die Neumühle.
Bühl liegt östlich der Wörnitz, deren Nebenflüsschen Schwalb das Dorf durchfließt und nahe Bühl in die Wörnitz mündet.
Der Ort hat seinen Namen von dem Hügel (althochdeutsch „buhil“), der inmitten des Dorfes die alte Wehrkirche, umgeben vom trutzig ummauerten Kirchhof, trägt.

Bühl im Ries, ein evangelisches Dorf mit etwa 230 Einwohnern hat ebenfalls ein reges Vereinsleben. Durch neu erschlossene Bauplätze ist auch Zuzug von außen zu verzeichnen. Gesellschaftlicher Mittelpunkt ist das „Dorfzentrum Bühl“ am östlichen Ortsausgang.

In der Gemarkung von Bühl finden sich viele Bodendenkmäler, die von der frühen Anwesenheit des Menschen zeugen. Besonders aus der Bronzezeit wurden bedeutende Funde gemacht, wie Gräberfelder östlich des Dorfes und besonders der weithin bekannte „Hortfund von Bühl“, der von alten Handelswegen zeugt und im Nördlinger Stadtmuseum zu bestaunen ist. Auch ein römischer Gutshof befand sich einst nahe Bühl.

Die erste archivialische Nennung des Ortes datiert aus dem Jahr 868. Der erste König des Ostfrankenreiches, Ludwig II. (der Deutsche), erwarb durch Tausch vom Kloster Lorsch einige Güter in „Buila“.

Kirche Bühl um 1930

 
Die Grafen von Oettingen waren im 13. Jahrhundert Landesherren und auch Besitzer der meisten Anwesen. Diese (4 Höfe, 1 Lehen, 28 Sölden und 1 Mühle) gehörten im Jahr 1270 zur Erstausstattung des neu von den Oettingern gegründeten Zisterzienserinnenklosters Kirchheim. Weitere Grundherren waren das Reichskloster Kaisheim und das Domkapitel Augsburg. Auch das Patronatsrecht über die der Jungfrau Maria geweihten Kirche lag ab 1307 beim Domkapitel Augsburg.
Der Altarraum befindet sich unter einem Kreuzgratgewölbe im Untergeschoss des Turmes.
Sehenswert sind die kostbaren Fresken aus romanischer und gotischer Zeit. Die Fresken im Langhaus stifteten Bühler Bauern im Jahr 1681. Sie sind ebenfalls kunsthistorisch von besonderer Bedeutung.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Bühl fast vollständig verwüstet, 1634 brannte das Dorf bis auf die Kirche und ein Wohnhaus ab.

Bühl hatte durch die Jahrhunderte stets einen eigenen Pfarrer. Im Jahre 1883 wurde der Pfarrei auch Rudelstetten angegliedert, 1979 kam Wörnitzostheim hinzu. Dieser Dreierverbund bestand, bis im Jahr 2008 eine gemeinsame Pfarrei mit Pfarrsitz in Alerheim gebildet wurde.

 

Mühlen an der Schwalb

 

Im Jahre 793 wird in einer Schenkungsurkunde des Klosters Freising erstmals schriftlich ein fränkischer Gau erwähnt, etwa ein Gebiet zwischen Wörnitz und Altmühl bis zur Donau umfassend. Benannt war dieser, östlich des Riesgaues gelegene Sualafeldgau nach dem kleinen Flüsschen „Sualava“, unserer heutigen Schwalb, auch „Schwalbach“ und „Schwalm“ genannt. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass das Schwalbfeld sogar im Nibelungenlied in der „25. Aventiure“, bei der Reise der Nibelungen an den Hof des Königs Tetzel genannt wird. Nahe bei Heidmersbrunn entspringt der kleine Bach, welcher sich durch Fünfstettener Flur am Schwalbenberg vorbei in Richtung Riesrand windet, aus starken Karstquellen noch mehr Wasser aufnimmt und auf seinem Weg durch Huisheimer Gemarkung nach Bühl und schließlich in die Wörnitz mehr als ein Dutzend Mühlen angetrieben hat.

Auf der Gemarkung von Bühl befanden sich einst vier Mühlen. Die „Neumühle“, im Jahr 1866 von den Besitzern der in der Gemarkung Huisheim gelegenen Haunzenmühle erbaut, hieß früher „Untere Haunzenmühle“.

Die „Schwalbmühle“, den meisten noch bekannt, nicht zuletzt durch den beliebten „Gasthof Schwalbmühle“, war bis vor einigen Jahren am westlichen Dorfeingang, wo sich heute der kleine „Park an der Schwalb“ befindet.

Die „Sandmühle“, die schwalbabwärts, also westlich des Dorfes lag, wird 1373 erwähnt und ist wohl spätestens im 15. Jahrhundert wieder verschwunden.

Eine weitere Mühle befand sich bei den Anhauserhöfen. Die Mühle von Anhausen ist in der Mitte des 14. Jh. erwähnt und längst verschwunden.

 

Anhauserhöfe

 

Auf seinem Weg nach Bühl passiert das Flüsschen Schwalb die ehemals zum Kloster Kaisheim gehörigen Anhauser Höfe. Im Mittelalter war „Ahusen“ ein kleines Dorf mit einer Kirche. Im 12. Jahrhundert kam das Zisterzienserkloster Kaisheim in den Besitz der kleinen Ortschaft und richtete dort einen Wirtschaftshof zur Eigenversorgung des Klosters ein. Später sind aus dem einstigen Klosterhof zwei, durch Erbteilung dann drei Höfe entstanden. Besonders in konfessioneller Hinsicht hatten Anhausen eine sehr wechselhafte Geschichte. Die katholischen Bewohner der Höfe sind heute nach Huisheim eingepfarrt. Der nahe Anhauser Weiher, heute ein bedeutendes Naturdenkmal, war einst ein zu Anhausen gehöriger klösterlicher Fischweiher.

 

Weiterführende Literatur:

 

Eine Chronik des Dorfes existiert leider (noch) nicht, interessierten Familienforschern sei das „Ortsfamilienbuch Bühl“ von Hans Reinhard empfohlen, welches beim Bayerischen Landesverein für Familienkunde erhältlich ist.

 

Kontakt:

Gemeinde Alerheim
Fessenheimer Straße 8
86733 Alerheim.

09085-424 gemeinde@alerheim.de
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